pH und EC: Das unsichtbare Fundament für jeden erfolgreichen Grow.
Wer Pflanzen anbaut, möchte das Maximum aus seinem Seed herausholen. Doch egal wie teuer die LED oder wie hochwertig der Dünger ist: Wenn pH- und EC-Werte nicht stimmen, bleibt das Potenzial deiner Pflanzen auf der Strecke.
Ob du klassisch auf Erde, auf luftigem Kokos oder in High-Tech-Systemen wie DWC growst – diese beiden Werte sind deine wichtigsten Werkzeuge für gesundes Wachstum und fette Ernten.
1. pH-Wert: Der Türsteher deiner Wurzeln
Der pH-Wert bestimmt, ob dein Gießwasser sauer oder basisch ist. Stell dir den pH-Wert als Türsteher vor: Er entscheidet, welche Nährstoffe (Stickstoff, Phosphor, Kalium und Mikronährstoffe) die Wurzel passieren dürfen.
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Auf Erde: Hier ist das Medium geduldiger und puffert Schwankungen ab. Optimal ist ein Bereich von 6,2 bis 6,8.
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Auf Kokos & Hydro: Hier gibt es keinen Puffer. Du musst präzise zwischen 5,5 und 6,2 steuern.
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Das Problem: Liegt der Wert außerhalb des Fensters, tritt ein „Nutrient Lockout“ ein. Deine Pflanze zeigt Mangelerscheinungen, obwohl eigentlich genug Dünger in der Erde ist.
2. EC-Wert: Die Messlatte für die Sättigung
Der EC-Wert (Electrical Conductivity) misst die elektrische Leitfähigkeit. Da Düngersalze Strom leiten, verrät dir dieser Wert genau, wie hoch die Nährstoffkonzentration in deiner Lösung ist.
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Zu niedriger EC: Deine Pflanzen haben Hunger und bleiben klein.
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Zu hoher EC: Die Pflanze wird „überfüttert“, es kommt zu Adlerkrallen, verbrannten Blattspitzen und im schlimmsten Fall zum Absterben der Wurzeln.
Pro-Tipp: Wenn dein Leitungswasser bereits einen Basis-EC von 0,6 hat, bleibt dir viel weniger Spielraum für Dünger als bei jemandem mit 0,2. Der EC-Calculator von eacygrow berücksichtigt das automatisch, damit du nie in die Überdüngung fährst.
Die Werte im Zyklus: Von der Wiege bis zur Ernte
Jede Phase braucht ein anderes Setup. Während ein Sämling fast nur klares Wasser möchte, ist eine Pflanze in der Hochblüte ein echter Vielfraß.
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Sämling / Steckling: Minimaler Bedarf. EC fast bei Basiswert (0,4 - 0,8), pH eher im unteren Bereich für Wurzelwachstum.
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Wachstumsphase (Vegi): Steigender Bedarf. Fokus auf Stickstoff. Der EC wird wöchentlich leicht gesteigert.
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Blütephase: Maximaler Bedarf. Fokus auf Phosphor & Kalium. Hier fährst du den höchsten EC-Wert des Runs.
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Spülphase (Flush): Null Bedarf. Wir senken den EC massiv ab, damit die Pflanze eingelagerte Nährstoffe aufbraucht – für sauberen Geschmack.
Warum starre Düngeschemen oft in die Sackgasse führen
Jeder Düngerhersteller gibt dir eine bunte Tabelle mit. Doch diese Schemen haben drei entscheidende Schwächen, die viele Grows ruinieren:
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Dein Wasser ist individuell: Die Tabellen gehen oft von Wasser aus mit einem EC Wert von 0. Dein Leitungswasser hat aber bereits eigene Salze (Calcium, Magnesium). Ignorierst du das, ist dein EC von Anfang an zu hoch.
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Die „Viel hilft viel“-Falle: Hersteller wollen Dünger verkaufen. Die Mengenangaben sind oft am oberen Limit angesetzt, was schnell zur Versalzung des Bodens führt.
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Keine Flexibilität: Deine Pflanze trinkt an heißen Tagen mehr Wasser, braucht aber weniger Dünger. Ein starres Schema kann darauf nicht reagieren.
Effizienz durch Daten: Den Nährstoffkreislauf verstehen
Maximale Erträge sind kein Zufall, sondern das Ergebnis präziser Kontrolle. Wer das Rätselraten bei der Nährstofflösung beendet, verlässt sich nicht mehr auf starre Tabellen, sondern auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Pflanze. Was früher mühsam in Eigenregie mit komplexen Kalkulationen berechnet werden musste, lässt sich heute durch spezialisierte technologische Ansätze professionalisieren.
Der Einsatz von präzisen Werkzeugen wie dem NutS-Calculator oder dem EC-Calculator ist der entscheidende Hebel, um die Vitalität der Pflanzen auf jedem Medium (Erde, Kokos, Hydro) sicherzustellen und um mal ganz nebenbei bis zu 60% Düngerkosten zu sparen.
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Die Rolle des Ausgangswassers: Ein Großteil der Fehler beim Düngen entsteht durch die Unkenntnis der Basiswerte im Leitungswasser. Durch eine exakte Analyse und Einbeziehung dieser Werte wird eine Überfütterung effektiv verhindert.
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Proaktives Nährstoff-Management: Moderne Prognose-Modelle erlauben es, den Bedarf der Pflanze vorausschauend zu bestimmen. Anstatt auf Schäden zu reagieren, wird die Nährstoffzufuhr datenbasiert an die jeweilige Lebensphase angepasst.
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Wissenschaftliche Standards für die Praxis: Die methodische Tiefe ist heute für jeden Grower zugänglich. Komplexe mineralische Zusammenhänge, wie sie besonders in der DWC-Kultivierung entscheidend sind, werden so in eine klare, anwendbare Strategie übersetzt.
Fazit: Wer den pH- und EC-Wert versteht und kontrolliert, hört auf zu hoffen und fängt an zu steuern.
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